Elisabetha Gassnerin, geborene Ebnerin
- geboren: unbekannt
- getauft: 9. April 1747 in Wiblingen bei Ulm
- hingerichtet: 16. Juli 1788 in Oberdischingen
Vagantin, Diebin, Gaunerin, Sacklangerin!
Nach einer ärmlichen Kindheit in einer Tagelöhner Familie kam die junge Elisabetha Ebnerin bereits in jugendlichen Jahren
mit der professionellen Kriminalität in Berührung. Eine ihr bekannte Vagantin und Diebin lehrte ihr den Lebensunterhalt
mit dem Taschendiebstahl zu verdienen. Zuvor hatte sie hauptsächlich durch das Stricken von Socken und Saisonarbeit in der
Landwirtschaft ihr Geld verdient.
In den 1760er Jahren kam sie auf Grund ihres "Handwerks" viel in der Ulmer Gegend umher, und lernte schließlich den aus Biberberg stammenden Johannes Gassner kennen. Am 07. Juni 1770 heirateten die beiden, als bereits zwei gemeinsame Kinder auf der Welt waren. In den folgenden Jahren bekam das Paar noch vier weitere Kinder, von denen zwei aber wieder früh verstarben. Zusammen mit den vier Kindern, ihrem Mann und ihrer Mutter kaufte Elisabetha sich in den 1770er Jahren ein Haus und Hof in Biberberg.
Eine ihrer größten Freuden war es nach einem erfolgreichen Beutezug sich edles Cordon Bleu mit Schampus zu gönnen. (Diese Tatsache hat sich die Zunft zum Anlass genommen am Faschings-Sonntag vor dem Heim Umzug in Pfaffenhofen ebenfalls Cordon Bleu zu essen!)
Da Elisabetha wohl, anders als ihr Mann, äußerst scharfsinnig war, übernahm sie die Rolle des Oberhauptes der kriminellen Bande. Im Laufe der Jahre kamen immer mehr Vaganten und Tagediebe zur Bande hinzu. Drahtzieherin war aber immer Elisabetha selbst.
Die Menschen in Pfaffenhofen und Umgebung wussten mehr oder weniger bescheid über die kriminelle Gassner Familie aus Biberberg. Elisabetha war als Kopf der Band auch mehr oder weniger bekannt, was ihr schließlich den Spitznamen Schwarze Lies einbrachte.
Im Laufe der Jahre war die Bande um Elisabetha sehr fleißig, über 300 Delikte lassen sich auf sie zurück führen, bei dem die Schwarze Lies weit mehr als 7500 Gulden erbeutete, was in der heutigen Zeit über einer halben Million Euro entspräche.
Berühmt geworden ist sie schließlich durch den Diebstahl der Geldkatze des Reichsgrafen Franz Ludwig Schenk von Castell mit insgesamt 1700 Gulden.
Der Graf war am Ludwigsburger Hof auf dem Weg zum Kartenspiel mit dem späteren russischen Zar Paul I. und wollte vorher in der Hofkapelle um Glück im Spiel bitten.
Leider verließ er die Kapelle um 1700 Gulden ärmer.
Der Graf verhängte schließlich auch ihr Todesurteil, plädierte der Gnade wegen aber für das Enthaupten statt dem Tod am Strick.
Gestorben ist die Schwarze Lies am 16. Juli 1788 in Oberdischingen durch das HENKERSCHWERT!